Durch eine kleine Diskussion auf G+ wurde ich wieder daran erinnert, dass ich seit einigen Wochen schon einen Blick in die Sabayon Linux Distribution werfen möchte. Ich nutze die ruhige Phase zwischen den Jahren um das System mal auf in einer VBox zu installieren.
Was ist Sabayon? Sabayon ist eine auf Gentoo basierende Linux Distribution. Die Philosophie hinter dem Projekt ist, dass alles out of the box funktioniert und die best mögliche UserExperience bietet.
Klingt für mich im ersten Moment nach einer Distribution, welche die Vorteile von Gentoo und Ubuntu vereint. Und damit schonmal sehr interessant. Ich hatte lange Zeit Ubuntu und Gentoo verwendet und bin nun seit knapp 2 Jahren ein Arch Linux User. Mal sehen, ob mich Sabayon begeistern kann
Ich habe mir also mal die Sabayon 7 Gnome x86 iso geladen. Leider ist der Installer beim ersten Versuch abgeraucht. Das kommt davon, wenn man die root Partition zu klein dimensionier (3,5GB) und die Warnungen ignoriert
Beim zweiten Versuch hat es dann schließlich geklappt. 18GB Root Partition sollten jetzt ausreichen.
Um auf meinem Notebook Einzug zu erhalten, müssen einige Dinge fehlerfrei und interoperabel laufen: Nginx, Tomcat6, Sun JRE 1.6, Ruby 1.9, ZSH, VirtualBox, synergy, etc. Sobald ich das alles in der VBox zum Laufen bekommen habe, das System an sich stabil läuft und mich davon überzeugen kann, dass es mir mehr bringt als ArchLinux, werde ich es auf meinem Notebook installieren.
Mittlerweile ist das System fertig installiert und gebootet. Dabei ist mir im Grub schon direkt aufgefallen, dass das System noch mit dem Kernel 3.0.0 läuft. Mein Arch Linux bootet z.Z. den Kernel 3.1.5. Mal sehen, wie es nach dem Upgrade aussieht.
Nach dem Login befinde ich mich im Fallback Mode von Gnome 3.2. Warum der Fallback? Der erzwungene Fallback-Modus ist deaktiviert und auch beim Anmelden habe ich keine Option für den Fallback Modus gesehen oder entsprechend gesetzt. An der fehlenden 3D-Beschleunigung von VirtualBox kann es nicht liegen, da die LiveCD auch die Gnome-Shell gestartet hat. Strange.
Was mir direkt gut gefällt: LibreOffice, Gimp, Evince, Chromium, XChat, Empathy, Exalie, Adobe Flash Player, etc. sind vorinstalliert. Und auch das Menü sieht sehr übersichtlich aus. Außerdem gefällt mir das Icon-Set, aber das ist nebensächlich. Dafür ist VIM aber nicht vorinstalliert :/
Der grafische Paketmanager macht einen netten Eindruck, den werde ich als Shell Ninja aber ohnehin nicht verwenden. Equo lässt sich wirklich einfach bedienen und ist sehr gesprächig. Leider so gesprächig, dass es unübersichtlich wird. Außerdem verwendet Entropy die PROXY-Umgebungsvariablen nicht. Die Proxy Konfiguration muss also manuell in die entropy.conf eingetragen werden, was weniger flexibel ist.
Equo search ist ähnlich unübersichtlich wie die Portage Variante. Hier schneidet Pacman bzw. Yaourt auch etwas besser ab.
Nach dem Upgrade auf den aktuellen Stand und einem reboot steht mir dann zwar immer noch kein aktueller Kernel zur Verfügung aber dafür stirbt gnome auch instant nach dem booten. Super. Grund: assertion failed.
Damit ist mein Sabayon Experiment erstmal beendet.



Tristan says:
Na hopla, was ist dir bzw. deinem Sabayon über die Leber gelaufen? Bei mir läuft Sabayon erste Sahne, jedoch in der KDE Variante, auch noch mit Kernel 3.0.0. Was neueres scheint es bei Sabayon noch nicht zu geben.
Benny says:
Ja, die Kernel-Version ist jetzt nicht so tragisch, aber eine lauffähige GUI hätte ich dann doch gerne. Gnome 3.2 läuft in der gleichen Version problemlos auf meinem Arch. Wundert mich daher etwas. Hab aber auch grad nicht die Motivation das zu debuggen
Tristan says:
Jo, da hätte ich wohl auch schon längst aufgehört